Dieser Leitfaden richtet sich an Seniorinnen und Senioren sowie an pflegende Angehörige in Deutschland, die prüfen möchten, ob und wie die Pflegekasse die Kosten für Eternal Alert übernehmen kann. Eternal Alert ist eine Soforthilfe-Armbanduhr mit automatischem Notruf und besonders langer Akkulaufzeit (bis zu 1 Jahr). Sie bietet Sicherheit im Alltag, ohne komplizierte Bedienung oder regelmäßiges Aufladen. Zugleich ist das Modell ohne monatliche Grundgebühr nutzbar; optionale Premium-Services (z. B. erweiterte IoT-Datentarife oder eine direkte Verbindung zu einer Notrufzentrale) können nach Bedarf ergänzt werden.
Wichtig: Die genauen Anforderungen, Zuständigkeiten und Abläufe können je Pflegekasse variieren. In diesem Beitrag erhalten Sie praxisnahe Checklisten, Formulierungshilfen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – mit dem Ziel, Ihren Antrag gut vorbereitet und überzeugend einzureichen.
Typische Voraussetzungen für eine Kostenübernahme
Ob die Pflegekasse die Kosten übernimmt, hängt von mehreren Faktoren ab. Grundlage ist in der Regel, dass Eternal Alert als Pflegehilfsmittel beziehungsweise als „Hausnotruf“-ähnliche Lösung dem Erhalt der Selbstständigkeit dient und Pflegebedürftigkeit vorliegt.
Typische Kriterien, die geprüft werden:
- Pflegegrad: In der Regel ist ein anerkannter Pflegegrad (1–5) erforderlich. Grundlage ist der Pflegegrad-Bescheid Ihrer Pflegekasse.
- Bedarfslage: Ein erhöhtes Risiko für Notfälle, z. B. Sturzgefährdung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Orientierungsprobleme oder Situationen, in denen die betroffene Person regelmäßig alleine ist (alleinlebend oder häufige Zeiten ohne Betreuung).
- Zweckmäßigkeit: Die Uhr muss geeignet sein, in Notfällen schnell Hilfe zu organisieren (automatischer Notruf, einfache Auslösung, tragbares Format).
- Wirtschaftlichkeit: Die Kosten müssen in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Optional hinzugebuchte Premium-Services werden häufig als „Komfort“ klassifiziert und nicht standardmäßig übernommen.
Hinweis: Pflegekassen orientieren sich u. a. an § 40 SGB XI (Pflegehilfsmittel). Ob die Leistung als Hausnotrufsystem oder als technisches Pflegehilfsmittel eingeordnet wird, ist je nach Kasse und Produktbeurteilung unterschiedlich. Fragen Sie im Zweifel nach der jeweils angewendeten Rechtsgrundlage und den internen Kriterien.
Diese Unterlagen sollten Sie bereitlegen
Eine vollständige und gut begründete Antragstellung erhöht die Erfolgsaussichten. Folgende Dokumente sind empfehlenswert:
- Pflegegrad-Bescheid: Kopie des aktuellen Bescheids über den Pflegegrad.
- Begründung des Bedarfs: Kurze, klare Darstellung, warum Eternal Alert benötigt wird (z. B. Sturzereignisse, Alleinwohnsituation, Orientierungsschwierigkeiten, ärztlich diagnostizierte Risiken, Wege zur Toilette nachts, kürzlich entlassene Krankenhausaufenthalte).
- Kostenvoranschlag: Von Eternal Alert bzw. dem Anbieter mit klarer Aufschlüsselung:
- einmalige Kosten (Beschaffung),
- gegebenenfalls laufende Kosten (nur falls Premium-Services gewünscht),
- genaue Beschreibung der Basisfunktion (automatischer Notruf, lange Akkulaufzeit).
- Ärztliche Bescheinigung (optional, aber oft hilfreich): Kurzattest, das die Notwendigkeit eines Notrufsystems oder einer sturzsicheren Lösung bestätigt.
- Nachweise des Alltagsrisikos (optional): Protokolle zu Stürzen, Berichte des ambulanten Pflegedienstes, Entlassungsberichte, Empfehlung der Pflegeberatung.
Tipp: Bitten Sie den Anbieter um einen Kostenvoranschlag, der Basisfunktion und optionale Premium-Optionen getrennt ausweist. Das erleichtert der Pflegekasse eine (Teil-)Bewilligung und Ihnen die Entscheidung, ob Sie Extras selbst finanzieren möchten.
Schritt-für-Schritt: So stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse
1) Zuständigkeit klären
- Wenden Sie sich an die Pflegekasse der versicherten Person (nicht an die Krankenkasse, sofern diese getrennt organisiert ist).
- Erfragen Sie, ob es ein spezielles Formular für Pflegehilfsmittel/Hausnotruf gibt oder ob ein formloser Antrag genügt.
2) Unterlagen zusammenstellen
- Pflegegrad-Bescheid, Bedarfsbegründung, Kostenvoranschlag, ggf. ärztliche Bescheinigung sowie optionale Nachweise (Sturzprotokolle etc.).
- Achten Sie auf eine klare Struktur (Deckblatt, Liste der Anlagen) und Kopien für Ihre Ablage.
3) Antrag formulieren
- Nutzen Sie – falls vorhanden – das Formular Ihrer Pflegekasse, oder reichen Sie einen kurzen, formlosen Antrag ein.
- Benennen Sie Eternal Alert als tragbare Notruflösung mit automatischer Alarmierung und langer Akkulaufzeit.
- Heben Sie hervor, dass die Lösung die Selbstständigkeit erhält, häusliche Pflege erleichtert und unnötige Rettungseinsätze/Komplikationen durch frühzeitige Hilfe vermeiden hilft.
4) Antrag einreichen
- Möglich ist die Einreichung per Post, oft auch per E-Mail oder Upload im Online-Kundenportal der Kasse.
- Bitten Sie um eine schriftliche Eingangsbestätigung und dokumentieren Sie das Versanddatum.
5) Rückfragen beantworten
- Reagieren Sie zeitnah auf Nachforderungen der Pflegekasse.
- Wenn Gutachterinnen/Gutachter (z. B. Medizinischer Dienst) eingebunden werden, stellen Sie sicher, dass die Alltagssituation realistisch geschildert wird (Sturzrisiko, Alleinzeiten, Erreichbarkeit von Hilfe in der Wohnung).
6) Entscheidung prüfen
- Bei Bewilligung: Kontrollieren Sie, ob Basisfunktion und ggf. Teile von Premium-Services übernommen werden oder ob es eine Teilbewilligung gibt.
- Bei Ablehnung: Sie haben in der Regel einen Monat Zeit, Widerspruch einzulegen (Frist prüfen!). Ergänzen Sie ggf. medizinische Nachweise und präzisieren Sie den Alltagsnutzen.
7) Umsetzung und Schulung
- Nach Bewilligung: Gerät beschaffen, einrichten und die Handhabung kurz üben.
- Prüfen Sie die Funktionen (Notrufkette, Erreichbarkeit, ggf. Smart-Home-Integration).
- Dokumentieren Sie für die Pflegekasse kurz, wenn gewünscht, die Inbetriebnahme.
Formulierungshilfen für den Antrag und den Widerspruch
Beispiel – kurzer formloser Antrag:
- Betreff: Antrag auf Kostenübernahme für Eternal Alert als Pflegehilfsmittel/Hausnotruf
- Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich die Übernahme der Kosten für die Soforthilfe-Armbanduhr „Eternal Alert“ als Pflegehilfsmittel/Hausnotruflösung. Ich (Pflegegrad X) lebe [allein/bin häufig allein] und bin aufgrund von [z. B. Sturzgefährdung, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes] auf eine schnelle, verlässliche Notrufmöglichkeit angewiesen.
Eternal Alert bietet einen automatischen Notruf und eine Akkulaufzeit von bis zu einem Jahr, wodurch Ausfälle durch leere Akkus vermieden werden. Die Basisfunktion unterstützt den Erhalt meiner Selbstständigkeit und entlastet die häusliche Pflege.
Beigefügt erhalten Sie den Kostenvoranschlag sowie [ärztliche Empfehlung/weitere Nachweise].
Mit freundlichen Grüßen
Beispiel – Kernaussagen für die Bedarfsbegründung:
- „Es kam in den letzten Monaten zu [Zahl] Stürzen/Beinahe-Stürzen.“
- „Ich bin regelmäßig [Stunden pro Tag/Nacht] ohne Ansprechperson.“
- „Das Gerät muss ohne tägliches Laden zuverlässig funktionieren, da ich das Laden häufig vergesse bzw. motorisch eingeschränkt bin.“
- „Der automatische Notruf ist notwendig, da ich im Ernstfall nicht sicher einen Knopf bedienen kann.“
Beispiel – kurzer Widerspruch (bei Ablehnung):
- Betreff: Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom [Datum], Aktenzeichen [XYZ]
- Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit lege ich fristgerecht Widerspruch gegen den o. g. Bescheid ein. Die Notwendigkeit einer tragbaren Notruflösung ergibt sich aus [Pflegegrad, Diagnose, dokumentierten Stürzen, Alleinzeiten]. Eternal Alert erfüllt die Anforderungen an eine zweckmäßige, sichere und wirtschaftliche Versorgung (automatischer Notruf, lange Akkulaufzeit, einfache Handhabung).
Als Ergänzung füge ich [ärztliche Stellungnahme/Sturzprotokoll] bei und bitte um erneute Prüfung.
Mit freundlichen Grüßen
Checkliste: Alles Wichtige auf einen Blick
- Pflegegrad-Bescheid (Kopie) liegt vor.
- Bedarf klar begründet (Sturzrisiko, Alleinwohnen, Diagnosen, Pflegealltag).
- Kostenvoranschlag mit Trennung von Basisfunktion und optionalen Premium-Services.
- Ggf. ärztliche Bescheinigung und weitere Nachweise.
- Antragsformular der Pflegekasse oder formloser Antrag vorbereitet.
- Einreichung dokumentiert (Datum, Versandart, Eingangsbestätigung).
- Rückfragen der Kasse zeitnah beantwortet.
- Entscheidung geprüft; ggf. fristgerechter Widerspruch vorbereitet.
Warum Eternal Alert im Alltag echten Mehrwert bietet
- Automatischer Notruf: In Notlagen zählt jede Sekunde. Eternal Alert kann selbstständig Hilfe anstoßen, auch wenn keine manuelle Bedienung möglich ist. Das erhöht die Sicherheit, insbesondere bei Stürzen oder plötzlichen gesundheitlichen Ereignissen.
- Akkulaufzeit bis zu 1 Jahr: Das regelmäßige Laden entfällt. Gerade bei kognitiven oder motorischen Einschränkungen ist das ein großer Vorteil – das System bleibt zuverlässig einsatzbereit.
- Einfache, tragbare Lösung: Als Armbanduhr im Alltag kaum störend und schnell zur Hand. Die Akzeptanz ist höher als bei stationären Geräten, die an einen Ort gebunden sind.
- Flexible Modi und Integration: Für unterschiedliche Bedürfnisse sind verschiedene Betriebsarten möglich; zudem kann sich Eternal Alert in Smart-Home-Umgebungen einfügen. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herzpatienten, Diabetiker) sind telemedizinische Szenarien denkbar.
- Fairer Grundsatz: Keine monatliche Grundgebühr für die Basisfunktion. Wer mehr möchte, wählt optionale Premium-Services (z. B. direkte Verbindung zur Notrufzentrale, erweiterte IoT-Datenpakete).
Wichtig für den Antrag: Häufig konzentrieren sich Pflegekassen auf die medizinisch-pflegerisch notwendige Basisfunktion (schnelle Notrufauslösung, sichere Erreichbarkeit). Premium-Features werden eher selten übernommen; sie können jedoch individuell sinnvoll sein und bei Bedarf privat ergänzt werden.
So kombinieren Sie Basisfunktion und Premium-Services bedarfsgerecht
- Starten Sie mit der Basis: Beantragen Sie zunächst die Kostenübernahme für die Grundfunktionen (tragbar, automatischer Notruf, lange Akkulaufzeit). Diese Merkmale decken den Kernbedarf ab und sind für die Wirtschaftlichkeitsprüfung wichtig.
- Optional aufrüsten: Prüfen Sie anschließend, ob Premium-Services Ihren Alltag weiter verbessern (z. B. direkte Anbindung an eine Notrufleitstelle oder erweiterte Konnektivität). Klären Sie mit der Pflegekasse, ob eine Teilübernahme möglich ist; andernfalls ist eine private Zuzahlung üblich.
- Transparent bleiben: Lassen Sie sich alle Kostenbestandteile getrennt ausweisen. So vermeiden Sie Verzögerungen in der Prüfung und behalten die finanzielle Planung im Blick.
- Regelmäßig evaluieren: Ändern sich Pflegegrad, Gesundheitszustand oder Wohnsituation, kann eine erneute Prüfung der Kostenübernahme sinnvoll sein – insbesondere, wenn zusätzliche Funktionen medizinisch begründbar werden.
Tipps für eine erfolgreiche Kommunikation mit der Pflegekasse
- Präzise und knapp: Formulieren Sie klar, was Sie beantragen und warum. Vermeiden Sie technische Detailfluten – die pflegerische Relevanz steht im Vordergrund.
- Alltag anschaulich machen: Beschreiben Sie typische Situationen, in denen Hilfe gebraucht wird. Konkrete Beispiele wirken überzeugender als allgemeine Aussagen.
- Fristen beachten: Notieren Sie sich Antrags- und Widerspruchsfristen. Fordern Sie bei Bedarf eine schriftliche Fristverlängerung an.
- Nachweise anbieten: Ärztliche Stellungnahmen, Pflegedienstberichte und Sturzprotokolle stützen den Antrag.
- Telefonate dokumentieren: Notieren Sie Datum, Namen, Inhalte. Bestätigen Sie wichtige Punkte per E-Mail.
- Rechtliche Einordnung erfragen: Fragen Sie höflich nach der Rechtsgrundlage der Entscheidung (z. B. Pflegehilfsmittel gemäß § 40 SGB XI) und den genauen Ablehnungsgründen – das hilft bei einer zielgerichteten Ergänzung.
Häufige Fragen und Stolpersteine
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Kein Pflegegrad?
Ohne anerkannten Pflegegrad ist eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse in der Regel nicht möglich. Prüfen Sie die Beantragung eines Pflegegrades oder alternative Finanzierungswege (Selbstzahler, kommunale Förderprogramme, ggf. Unterstützung durch Angehörige). -
„Ist Eternal Alert ein Hausnotrufsystem im Sinne der Pflegekasse?“
Die Einordnung kann je Kasse variieren. Entscheidend sind Zweckmäßigkeit und Eignung zur schnellen Hilfe im Notfall. Bitten Sie Ihre Pflegekasse um eine konkrete Beurteilung und teilen Sie den klar strukturierten Kostenvoranschlag mit. -
Deckt die Pflegekasse Premium-Services ab?
Meistens nicht vollständig. Oft werden die medizinisch-pflegerisch notwendigen Basisfunktionen berücksichtigt. Premium-Features sind häufig privat zu finanzieren – fragen Sie aber nach Teilübernahmen. -
Muss ich mich langfristig binden?
Eternal Alert kommt ohne monatliche Grundgebühr für die Basisfunktion aus. Prüfen Sie bei optionalen Diensten die Vertragsbedingungen und Laufzeiten; halten Sie diese transparent im Antrag fest, falls eine (Teil-)Erstattung erbeten wird. -
Was, wenn die Kasse etwas anderes vorschlägt?
Manche Kassen schlagen alternative Produkte vor. Prüfen Sie, ob diese Ihre Anforderungen (tragbar, zuverlässig, automatische Alarmierung, lange Laufzeit) erfüllen. Wenn nicht, begründen Sie sachlich, warum Eternal Alert zweckmäßiger ist.
Fazit: Gut vorbereitet erhöhen Sie Ihre Chancen
Mit einer klaren Bedarfsdarstellung, einem strukturierten Kostenvoranschlag und den richtigen Unterlagen steigen die Chancen auf eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse deutlich. Eternal Alert bietet mit automatischem Notruf und Akkulaufzeit bis zu einem Jahr einen handfesten Sicherheitsgewinn im Alltag – besonders für Menschen mit erhöhtem Risiko und regelmäßigen Alleinzeiten. Die Möglichkeit, ohne Grundgebühr zu starten und Premium-Services flexibel zu ergänzen, erleichtert eine passgenaue Versorgung. Denken Sie daran: Anforderungen und Abläufe können je Pflegekasse variieren. Nutzen Sie daher die Checklisten und Formulierungshilfen dieses Leitfadens, fragen Sie bei Unklarheiten nach – und bleiben Sie in der Kommunikation freundlich, präzise und gut dokumentiert.
